DFB-/Toto-Pokal, 1. BFV-Hauptrunde
Mittwoch, 06.08.2014, 18:30 Uhr
„Wildpark“ Mönchröden
TSV Mönchröden 1 : 3 SpVgg Selbitz
1:1 P. Walter (10.)       0:1 J. Schütz (9.)
1:2 Y. Schuberth (45.)
1:3 D. Cavelius (74.)
Schiedsrichter: Sebastian Demel (TSV Küps) Zuschauer: 210

Mönche halten gut dagegen

Der Fußball-Landesligist setzt sich in der ersten Runde im BFV-Verbandspokal in Mönchröden mit 3:1 durch. Schütz, Schuberth und Cavelius treffen für die Frankenwäldler.

Die SpVgg Selbitz war in der Vergangenheit nicht gerade der Lieblingsgegner für den TSV Mönchröden. Dennoch rechnete sich TSV-Coach Matthias Christl etwas aus gegen den Landesligisten. Aber die Gäste ließen dann schnell nichts anbrennen, wenngleich ihre 1:0-Führung durch Julian Schütz (9.) nicht lange hielt. Fast postwendend erzielte Philipp Walter den 1:1-Ausgleich, sehr zur Freude der meisten der 210 Zuschauer im Wildpark. Danach blieb die Partie lange offen. Erst in der 45. Minuten traf der Gast erneut zur Führung. Yannick Schuberth sorgte für das 2:1.

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Danach versuchten die Mönche lange, diesen Rückstand zu egalisieren, doch das Selbitzer Tor blieb wie vernagelt. Erst als Daniel Cavelius (74.) die Selbitzer mit 3:1 in Führung brachte, war der Elan des TSV Mönchröden erloschen und der Pokaltraum gestorben.

Bericht: Frankenpost. – Foto: Albert Höchstädter

Aufstellung TSV Mönchröden Aufstellung SpVgg Selbitz
1 Rene Schulz 23 Yasin Yilmaz
3 Manuel Butzkeauswechslung 5 Yannick Schuberthtor
4 Benjamin Wankagelbe-karte 6 Julian Schütztorauswechslung
6 Maximilian Weinreich 10 Julian Rietsch
7 Christian Hüttnerauswechslung 11 André Keilwerth
9 Christian Schneider 14 Felix Edelmannauswechslung
10 Philipp Waltertorgelbe-karteauswechslung 16 Kevin Winter
11 Philipp Friedrichgelbe-karte 18 Fernando Redondo
13 Sebastian Preßler 19 Daniel Caveliustor
18 Patrick Wicht 20 Felix Strootmann
19 Marco Fleißner 21 Fabian Elblauswechslung
Ersatz Ersatz
22 Alexander Reuß 1 Mario Möschwitzer
2 Daniel Löffler 4 Thomas Mallikauswechslung
8 Sahin Yesilyurtauswechslunggelbe-karte 9 Markus Bächerauswechslunggelbe-karte
12 Maximilian Vondranauswechslung 13 Pascal Busch
15 Daniel Schmidt 17 Johannes Schaumberg
17 Baran Helvaciogluauswechslung 22 Ramazan Yildizauswechslung
Trainer Trainer
Matthias Christl Markus Häßler
Landesliga, 6. Spieltag
Sonntag, 03.08.2014, 176:00 Uhr
„Grüne Au“ Selbitz
SpVgg Selbitz 0 : 3 TSV Buch
       

 0:1 U. Brehm (39.)

 0:2 C. Örtel (55./FE)

 0:3 S. Fleischchmann (67.)

Schiedsrichter: Sebastian Cornely (DJK Mühlbach) Zuschauer: 152

SVS scheitert erneut an der Chancenverwertung

Bitteres Lehrgeld mussten die Mannen von Markus Häßler gegen einen sehr spielstarken, im ersten Durchgang clever abwartenden TSV Nürnberg-Buch zahlen. Nachdem die Hausherren in der ersten halben Stunde durchaus zu überzeugen wussten, jedoch gleich mehrere beste Gelegenheiten ausließen, geriet man noch vor dem Wechsel völlig überraschend in Rückstand. Ein Rückstand von dem man sich im zweiten Durchgang nicht mehr erholen sollte. Die routinierten Gäste bewiesen, warum sie in den vergangenen beiden Jahren ganz vorne mitgemischt hatten. Im Stile einer Spitzenmannschaft nutzten sie die zunehmende Verunsicherung der Hausherren. Spätestens nach dem berechtigten Elfmeter zum 0:2 zeigte sich, dass auf Selbitzer Seite niemand von den routinierten Spielern Verantwortung übernehmen wollte. Die junge Selbitzer Mannschaft war zwar weiterhin sehr bemüht, musste aber bei einem Konter das alles entscheidende 0:3 hinnehmen. Die Bucher Gäste hatten nun keine Probleme mehr, das Ergebnis zu verwalten, auch wenn sich den Einheimischen in den letzten Minuten noch mehrere Chancen zum Ehrentreffer boten.

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Viel zu viele Chancen ließ die SpVgg Selbitz im ersten Durchgang fahrlässig liegen und wurde dafür brutal bestraft. Die spielstarken Gäste gingen mit dem ersten durchdachten Vorstoß in der 39. Minute in Führung. Christian Fleischmann setzte sich im Laufduell an der rechten Außenlinie energisch durch und passte das Leder flach und scharf nach innen an den kurzen Pfosten, wo Brehm den Ball artistisch mit der Hacke ins Tor lenkte. Vom linken Innenpfosten trudelte der Ball gemächlich zur völlig überraschenden Gästeführung über die Torlinie. Torhüter Mario Möschwitzer hatte nicht den Hauch einer Chance. Zuvor hatte die Heimelf ein engagiertes Spiel gezeigt und sich mit enormem läuferischen Aufwand ein klares Chancenplus erarbeitet. Gleich vier Mal hatte der heimische Anhang den Torschrei auf den Lippen, doch jedes Mal scheiterten die blauweißen Angreifer an den eigenen Nerven und am sehr guten Daniel Ruck im Nürnberg-Bucher Tor. Die beste Einschussmöglichkeit bot sich Sturmführer Markus Bächer in der 13. Minute nach gut getimtem Ball von Fabian Elbl in die Spitze. Doch Bächer scheiterte am rechten Fünf-Meter-Eck am herauslaufenden Ruck, der das Leder mit toller Fußabwehr gerade noch zur Ecke lenkte. Bereits in der 7. und 9. Minute war Fernando Redondo mit zwei Schüssen aus dem Rückraum knapp gescheitert: nach Dribbling von Elbl am linken Flügel und Weiterleitung von Bächer strich das fulminant abgefeuerte Leder über den Querbalken, zwei Minuten später schlug das Spielgerät rechts neben dem Tor in der Werbebande ein. Ein weitere ganz Dicke Chance hatte Neuzugang Patrick Fraaß zu verzeichnen. Clever stibitzte er dem letzten Mann der Gäste das Leder vom Fuß und steuerte allein auf den Gästekeeper zu. Der aber war blitzschnell aus seinem Kasten, verkürzte geschickt den Winkel und wehrte das Leder in letzter Sekunde zur Ecke ab.

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Auch zu Beginn der zweiten Hälfte setzten die Hausherren ihr laufaufwändiges Spiel fort, liefen im Mittelfeld aber zu viel mit dem Ball. Die Gäste lauerten nun clever auf die Abspielfehler der Blau-Weißen und schlugen noch zwei Mal ganz abgezockt zu. Vor allem der bis dato kaum in Erscheinung getretene Brehm war jetzt nicht mehr zu halten. Eine schnelle Kombination über den rechten Flügel ebnete ihm den Weg allein vor Torwart Möschwitzer. Selbitz‘ bester Spieler Thomas Mallik eilte noch zu Hilfe. Gemeinsam trennten sie den Nürnberger Stürmer elfmeterreif vom Leder, den Örtel humorlos und fulminant zum 0:2 unters Gebälk nagelte. Möschwitzer war erneut machtlos. Ein schnell gespielter Ball an den Elfmeterpunkt genügte, um die Selbitzer Hintermannschaft ein weiteres Mal zu überlisten. Gästeangreifer Brehm hatte völlig frei Bahn – hatte aber auch noch das Auge für den mitgelaufenen Stefan Fleischmann, der den zurückeilenden Möschwitzer umkurvte und ins leere Tor einnetzte: 0:3. Dazwischen zeigte Selbitz immer wieder schöne Ballstafetten. Das Ganze wirkte teilweise zu überhastet. Ein wenig mehr Ruhe und Cleverness hätte dem Selbitzer Spiel gut getan. Die hatte man sich von den wenigen verbliebenen Routiniers erwartet – doch Fehlanzeige. Symptomatisch für das Spiel war die 83. Minute. Nach toller Kombination über Elbl und Redondo versuchte sich Markus Bächer selbst, anstatt das Leder auf einen seiner frei stehenden Mitspieler abzulegen. Bächer hatte ohnehin einen rabenschwarzen Tag erwischt: Jeweils nach Zuspiel von Elbl sollte er noch einmal den rechten Pfosten treffen (57.) und einmal aus fünf Metern am Torwart scheitern (87.). Auch Daniel Cavelius (77.) zeigte frei vor dem Torwart Nerven. Am Ende blieb die bittere aber einfache Erkenntnis: Wenn Du keine Tore schießt, kannst Du kein Spiel gewinnen.

Es berichtete Siegfried Geupel. – Fotos: Chris Seidler

Aufstellung SpVgg Selbitz Aufstellung TSV Buch
1 Mario Möschwitzer 1 Daniel Ruck
3 Fabian Gabler 3 Giovanni Marciano
4 Thomas Mallikgelbe-karte 5 Stefan Fleischmanntor
5 Yannick Schuberthauswechslung 6 Christian Fleischmann
8 Patrick Fraaßauswechslung 7 Thomas Reichelgelbe-karte
9 Markus Bächer 9 Udo Brehmtor
11 André Keilwerth 11 Christian Örteltorauswechslung
16 Kevin Winter  13 Oliver Ellauswechslung
18 Fernando Redondogelbe-karte 17 Martin Weberauswechslung
21 Fabian Elbl 19 Fabian Schreiner
22 Rico Raithelauswechslung 20 Daniel Sand
Ersatz Ersatz
23 Yasin Yilmaz 44 Daniel Tantinger
6 Julian Schützauswechslung 4 Lukas Metzauswechslung
10 Julian Rietschauswechslung 8 Daniel Maksimovicauswechslung
14 Felix Edelmann 12 Fabian Botzel
19 Daniel Caveliusauswechslung 15 Janni Tomic
20 Felix Strootmann    
Trainer Trainer
Markus Häßler Helmut Rahner
Landesliga, 4. Spieltag
Samstag, 26.07.2014, 17:00 Uhr
„Grüne Au“ Selbitz
SpVgg Selbitz 1 : 1 SG Quelle Fürth
1:0 J. Rietsch (21.)       1:1 V. Avci (65., FE)
Schiedsrichter: Stefan Klerner (DJK Franken Lichtenfels) Zuschauer: 146

Drittes Remis in Folge

Mit dem dritten 1:1 Unentschieden in Folge tritt die SpVgg Selbitz in der Landesliga/Nordost auf der Stelle. In einer flotten, am Ende hin hitzigen und ruppigen Partie, in der Schiedsrichter Klerner neun mal den Gelben Karton zeigte, waren die Gäste aus Fürth der erwartet starke Gegner.

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Gleich in den Anfangsminuten drückte die enorm junge Gästeelf auf die Tube. Selbitz´ Torwart Mario Möschwitzer bewahrte mit einer Glanztat gegen den Fürther Sturmführer Volkan Avci seine Mannen vor einem frühen Rückstand. Nach der Anfangsviertelstunde bekam das Selbitzer Mittelfeld um Julian Rietsch und Kevin Winter die Partie besser in den Griff. Rietsch war es auch der quasi aus dem nichts die Selbitzer Führung erzielte. Einen blitzsauberen Pass in die Tiefe von Yannick Schuberth verwertete Rietsch eiskalt alleine vor dem Fürther Schlussmann. Vom Führungstreffer beflügelt wurden die Selbitzer fortan sicherer in ihren Aktionen. Schade das der immer stärker werdende Rietsch nach einem rüden Foul bereits nach einer halben Stunde das Feld verlassen musste. Kurz vor dem Seitenwechsel kam dann die Quelle noch mal auf. Einen brachialen Hinterhaltsschuss von Enes Turhan klärte der starke Möschwitzer mit beiden Fäusten.

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Auch Anfangs der zweiten Spielhälfte waren die Quelle Kicker die präsentere Mannschaft. Nach einem Turhan Freistoß, zwanzig Meter zentral vor dem Gehäuse, rettete der rechte Torpfosten für die Einheimischen. Selbitz investierte in dieser Phase zu wenig in die Partie, Fürth drängte auf den Ausgleich. In der 65.Spielminute war es dann auch soweit. Nach einem lang geschlagenen Ball kam es an der Sechzehnerkante zum Kopfballduell zwischen Felix Strootmann und Robin Hutter. Der Fürther war wohl einen Tick eher an der Kugel und Strootmann traf Hutter am Kopf. Schiedsrichter Klerner zeigte sofort auf den Punkt. Avci ließ sich die Chance nicht nehmen und verlud Möschwitzer. Kurz daraufhin musste Selbitz´Trainer Markus Häßler bereits das zweite mal verletzungsbedingt auswechseln. Maximilian Lang knickte ohne gegnerische Einwirkung um. Er wird wohl mit einem Aussenbandriß mehrere Wochen fehlen, für Lang kam unter tosendem Applaus des Selbitzer Anhangs Rückkehrer Andre Keilwerth. Von nun an lieferten sich beide Mannschaften einen Schlagabtausch mit offenem Visier. Viele Fouls prägten von nun an die Szenerie. Selbitz versuchte mit langen Bällen zum Erfolg zu kommen. Die Quelle operierte mit schnell vorgetragenen stets gefährlichen Kontern. Am Ende stand ein gerechtes Remis. Selbitz bleibt zwar weiterhin ungeschlagen, muss sich aber im spielerischen Bereich noch steigern.

Es berichtete Thomas Popp – Fotos: Chris Seidler

Aufstellung SpVgg Selbitz Aufstellung SG Quelle Fürth
1 Mario Möschwitzer 24 Michael Koch
3 Fabian Gablergelbe-karte 3 Nino Seiler
4 Thomas Mallik 5 Oumar Dieng
5 Yannick Schuberthauswechslung 8 Marcel Fürsattelgelbe-karteauswechslung
8 Patrick Fraaß 9 Volkan Avcigelbe-kartetorauswechslung
9 Markus Bächer 10 Laurin Waldhausergelbe-karte
10 Julian Rietschtorauswechslung 13 Dominik Cortusauswechslung
16 Kevin Wintergelbe-karte 16 Christopher Meier
17 Maximilian Langauswechslung 18 Florian Gleißnergelbe-karte
20 Felix Strootmann 19 Robin Hutter
21 Fabian Elblgelbe-karte 20 Enes Turhan
Ersatz Ersatz
23 Yasin Yilmaz 2 Fabian Diesnerauswechslung
6 Julian Schützauswechslunggelbe-karte 4 Mert Basaran
11 André Keilwerthauswechslung 12 Karokh Ismailauswechslung
14 Felix Edelmann 14 Andre Sundelin
18 Fernando Redondoauswechslunggelbe-karte 15 Christopher Menzauswechslung
19 Daniel Cavelius 21 Fabian Dirlmeier
22 Rico Raithel    
Trainer Trainer
Markus Häßler Thomas Adler
Landesliga, 5. Spieltag
Mittwoch, 30.07.2014, 18:30 Uhr
„BD-Sensors-Sportpark“ Röslau
FC Vorwärts Röslau 3 : 2 SpVgg Selbitz
1:0 M. Tamo (40.)
2:1 M. Walther (49.)
3:1 M. Walther (78.)
      1:1 A. Keilwerth (47.)
3:2 R. Raithel (89.)
Schiedsrichter: Christopher Schwarzmann (TSV Scheßlitz) Zuschauer: 370

Mangelnde Chancenauswertung auf Selbitzer Seite

Eine enges, intensiv geführtes und nach der Pause mitreißendes Hochfranken-Derby bekamen die knapp 400 Zuschauer auf der Röslauer "Hut" geboten. Die Regenschlacht ging letztendlich an die Hausherren, weil sie den Tick kompromissloser zur Sache gingen, den Selbitzern bereits an deren 16er die Luft zum Atmen nahmen und ihnen permanent auf den Füßen standen.

Wild gestikulierend und dabei jeden Spielzug, jede Chance kommentierend, peitschte Trainer Rüdiger Fuhrmann seine Truppe nach vorn, bescheinigte ihr am Ende einen "absolut verdienten Sieg". In kurzer schwarzer Hose ("als ich zu Hause wegfuhr waren es fast 30 Grad") lebte der Wildenauer mit seiner Mannschaft am Spielfeldrand, die sich in der Schlussphase fast noch um die Früchte ihrer Arbeit gebracht hätte. Da spielten sich turbulente Szenen vor Blechschmidts Gehäuse ab, der mit vollem Körpereinsatz, einmal äußerst grenzwertig, sogar am 16-Meter-Raum mit beiden Fäusten klärte. Markus Häßler, der Selbitzer Coach, fühlte sich in der Schlussphase und kurz vor dem Pausenpfiff, als Zakrzewski gegen Keilwerth sehr rustikal zur Sache gegangen war, um zwei Elfmeter gebracht. Außerdem sei vor dem dritten Gegentor der Schütze "klar im Abseits" gestanden. Der Gästetrainer ließ kein gutes Haar an Regionalliga-Referee Schwarzmann, vermutet sogar, dass "bewusst gegen mein Team gepfiffen wird".

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Trotzdem: Die Röslauer besaßen über weite Strecken mehr Spielanteile, auch wenn das Häßler nach Spielschluss in einer ersten Reaktion ganz anders sah. Fakt ist jedoch auch: Seine Mannschaft gab selbst nach dem 1:3-Rückstand nicht klein bei, nahm den Kampf auf dem tiefen Boden an und war über weite Strecken ebenbürtig. Wer weiß, wie die Partie geendet hätte, wären die Selbitzer nach einer halben Stunde mit ihrem besten Spielzug bis dahin in Führung gegangen. Bächer stocherte mehrmals nach, brachte aber Gablers Zuspiel frei vor Blechschmidt nicht im Röslauer Gehäuse unter.

Bis dahin war es ein Kampf um jeden Meter Boden. Nennt man es Effektivität oder Kaltschnäuzigkeit - auf einmal schlugen sie dann wieder grausam zu, die Rekordschützen aus Röslau. Mit einem Traumtor per Fallrückzieher war es nach einem Freistoß der frisch gebackene Papa Mohammad Tamo, der die Hausherren fünf Minuten vor der Pause in Ekstase versetzte. Zwei Minuten später hätte der flinke Rasim Yavuz alles klar machen können, ja müssen, vergab im Überschwang vor Möschwitzer, was seinem Trainer ein "bist du wahnsinnig" entlockte.

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Entschlossen kamen die Selbitzer aus der Kabine, standen als erste auf dem Platz. Nach einer Ecke kam Keilwerth am kurzen Pfosten einen Tick eher als der ansonsten bärenstarke Zakrzewski an den Ball und köpfte zum Ausgleich ein. Noch in der Euphorie vergaßen die Gäste wenig später Röslaus Torjäger Markus Walther völlig, der sich die Ecke aussuchen konnte und überlegt zum 2:1 einnickte. "Da haben wir wirklich geschlafen", übt Häßler Kritik, will allerdings "spielerisch" seinem Team "nichts vorzuwerfen". Selbitz hatte fortan mehr Ballbesitz, gefährlicher aber blieben die Hausherren, die nach Walthers fünftem Saisontor zum 3:1 etwas früh auf Wolke sieben schwebten. Der eingewechselte Raithel machte es so per Kopf noch einmal spannend, aber die aufopfernd verteidigenden Röslauer, die mit ihren Kräften am Ende waren, retteten den Sieg mit Mann und Maus über die Zeit. Beiden Teams gebührt ein Extralob für ein Landesliga-Fußballspiel, dass alle Facetten bot.

Es berichtete Peter Perzl (Frankenpost). – Fotos: P. Perzl

Aufstellung FC Vorwärts Röslau Aufstellung SpVgg Selbitz
1 Sebastian Blechschmidtgelbe-karte 1 Mario Möschwitzer
4 Jaroslav Smrha 3 Fabian Gabler
5 Sebastian Knoblauch 4 Thomas Mallik
6 Tobias Benker 5 Yannick Schuberth
7 Florian Spörlauswechslung 8 Patrick Fraaßauswechslung
8 Holger Sieg 9 Markus Bächer
9 Markus Walthertortorauswechslung 11 André Keilwerthtorgelbe-karte
11 Sebastian Hermann 16 Kevin Winter
12 Lukas Zakrzewski 18 Fernando Redondogelbe-karteauswechslung
13 Mohammed Tamotorgelbe-karte 20 Felix Strootmannauswechslung
17 Rasim Yavuz 21 Fabian Elbl
Ersatz Ersatz
23 Steffen Eichinger 23 Yasin Yilmaz
3 Fabian Sticht 6 Julian Schützauswechslunggelbe-karte
14 Loris Bifanoauswechslung 7 Martin Damrot
15 Patrick Limaauswechslunggelbe-karte 14 Felix Edelmann
18 Lukas Pedall 19 Daniel Caveliusauswechslung
19 Dimitar Angachev 22 Rico Raithelauswechslungtor
Trainer Trainer
Rüdiger Fuhrmann Markus Häßler
Landesliga, 3. Spieltag
Samstag, 19.07.2014, 16:00 Uhr
„Grüne Au“ Selbitz
SpVgg Selbitz 1 : 1 ASV Vach
K. Winter (20.)        B. Pommer (60.)
Schiedsrichter: Sebastian Seidl (SV Störnstein) Zuschauer: 156 

Ein Traumtor macht noch keinen Sieg

Ganz und gar nicht zufrieden zeigte sich ein sichtlich enttäuschter Markus Häßler nach dem 1:1 seiner Mannen gegen den ASV Vach. „In der zweiten Halbzeit haben wir völlig unerklärlich den Faden verloren. Da hat sich jeder auf den anderen verlassen, keiner hat die Verantwortung übernommen.“ So musste der Selbitzer Trainer hilflos mit ansehen, wie die Räume zwischen den Aufbauspielern und den Offensivreihen zu groß wurden. Die ausgebufften Vacher hatten leichtes Spiel, das laufaufwändige Spiel der Hausherren beim finalen Pass in die Spitze zu unterbinden. Folgerichtig kamen die routiniert auftretenden Gäste aus dem Fürther Norden im zweiten Durchgang zum verdienten 1:1-Ausgleich durch ihren eingewechselten Torjäger Benjamin Pommer.

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Die Hausherren begannen konzentriert und investierten in der ersten Halbzeit eine hohe Laufbereitschaft. Die läuferischen Vorteile drückten sich auch in einem leichten spielerischen Übergewicht aus. Doch schon früh zeichnete sich ab, dass es bei hochsommerlichen Temperaturen die beiden Abwehrreihen sein werden, die dem Spiel ihren Stempel aufdrücken werden. Beide Teams kamen im ersten Durchgang lediglich zu zwei echten Torchancen. Die erste sollten die Hausherren durch einen Distanzschuss von Julian Rietsch (8. Min.) haben, der jedoch zu ungenau war. Die Gäste hatten sich im ersten Viertel nahezu versteckt, doch nach ganz schnellem Umschaltspiel tauchte Adlung urplötzlich allein am Strafraum der Hausherren auf. Anstatt selber abzuschließen, setzte er den früheren Hofer Tekdemir am rechten 5-Meter-Raum in Szene. Glücklicher Weise war der sehr gute Mario Möschwitzer im Selbitzer Tor hellwach, machte die kurze Ecke dicht und wehrte den Ball mit einem Reflex ab (12.). Selbitz fand jetzt besser ins Spiel. Es folgte die mit Abstand schönste Szene des Spiels, in der die Hausherren im wahrsten Sinne des Wortes den Turbo zündeten. Insgesamt fünf Spieler – angefangen bei Rietsch und herrlich abgeschlossen von Kevin Winter – waren an der schnellen Direktpassfolge beteiligt. Der im ersten Durchgang kaum zu bremsende Fabian Elbl war am linken Flügel durchgebrochen und passte das Leder flach nach innen – genau in den Lauf von Winter, der das Leder im vollen Lauf mitnahm und vom linken 5-Meter-Raum fulminant ins lange Eck traf. Eine Traumkombination, gekrönt von einem Traumtor. Selbitz war jetzt am Drücker, versäumte es jedoch nachzulegen. Stattdessen baute man den Gegner vor der Halbzeit regelrecht auf. Gleich zwei Mal hintereinander war man sich zu schade, den Ball am eigenen Strafraum mit Entschlossenheit aus der Gefahrenzone zu schlagen. Lachender Dritter war Uttinger, der aus dem Getümmel heraus den rechten Pfosten traf. Das war Glück für die Hausherren.

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Diese Verunsicherung nahmen die Blau-Weißen mit in den zweiten Durchgang. Die cleveren Vacher erahnten viele Pässe der Hausherren in die Spitze. Zu durchsichtig war das Spiel der Heimelf angelegt. Das Mittelfeld ging jetzt an die Gäste, die mit Benjamin Pommer ihre Trumpfkarte einwechselten, die sofort stechen sollte. Zunächst bediente der bullige Torjäger Tekdemir mit einem Lupfer am 11-Meter-Punkt. Möschwitzer musste beim Herauslaufen Kopf und Kragen riskieren und klärte Tekdemirs Kopfball mit hochgerissenen Fäusten ab (55.). Doch nur 5 Minuten später war es passiert. Diesmal war der Vacher Goalgetter, der es in der vergangenen Saison auf 26 Treffer brachte, allein auf rechts durch. Maximilian Lang konnte Pommer zwar noch einholen, dieser schirmte das Leder aber im Stile eines Torjägers ab und traf gegen die Laufrichtung vom Möschwitzer genau ins lange Eck. Das Gegentor rüttelte die Hausherren wieder wach – ein Stück weit zumindest. Winter setzte Daniel Cavelius herrlich am 11-Meter-Punkt in Szene. Der junge Stürmer zeigte jedoch allein vor dem Tor Nerven und scheiterte am sehr gut reagierenden Döllfelder. Bächer rutschte beim Nachschuss leicht weg und drosch als Leder volley über das Tor. Trotz des deutlichen Leistungsabfalls im zweiten Durchgang hätte es für die Hausherren beinahe noch zum schmeichelhaften Sieg gereicht. Doch Torwart Döllfelder gelangte bei Fernando Redondos fulminanten Kracher aus dem Rückhalt gerade noch mit den Fäusten ans Leder (80.) und der eingewechselte Patrick Fraaß hatte schlichtweg einfach nur Pech. Bächer hatte ihm den Ball genau mit dem Kopf in den Lauf gelegt. Fraaß machte alles richtig, hatte Döllfelder am linken 5-Meter-Raum bereits umkurvt und im Fallen das lange Ecke anvisiert, doch der von hinten heranrauschende Uttinger konnte das Spielgerät mit langem Bein und letzten Einsatz gerade noch von der Torlinie kratzen. Das wäre dann aber des Guten zu viel gewesen.

Es berichtete Siegfried Geupel. – Fotos: Chris Seidler

Aufstellung SpVgg Selbitz Aufstellung ASV Vach
1 Mario Möschwitzer 12 Manuel Döllfelder
3 Fabian Gablergelbe-karte 3 Daniel Uttinger
4 Thomas Mallik 4 Jan-Philipp Kirsch
9 Markus Bächer 7 Daniel Eichgelbe-karte
10 Julian Rietschauswechslung 10 Okcan Tekdemirgelbe-karte
16 Kevin Wintertorgelbe-karte 15 Aljoscha Schniersteinauswechslung
17 Maximilian Langgelbe-karte 17 Lukas Brüttingauswechslung
18 Fernando Redondo 18 Patrick Reichenauer
19 Daniel Caveliusauswechslung 21 Ahmet Aydingelbe-karte
21 Fabian Elblauswechslung 22 Marco Jakl
22 Rico Raithel 23 Simon Adlung
Ersatz Ersatz
23 Yasin Yilmaz 94 Fabian Stampka
5 Yannick Schuberthauswechslung 2 Michael Gambelauswechslung
6 Julian Schützauswechslung 6 Maximilian Schmidt
7 Martin Damrot 8 Michael Düll
8 Patrick Fraaßauswechslung 9 Johann Jordan
14 Felix Edelmann 11 Benjamin Pommerauswechslungtor
20 Felix Strootmann    
Trainer Trainer
Markus Häßler Reinhold Fischer

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